10. Informationstechnisches Kolloquium Karlsruhe; 19.06.2008 15:00 – 18:00

Das Informationstechnische Kolloquium „Agent Inside“ wird einen Fächer der Anwendungsmöglichkeiten agentenbasierter Systeme aufzeigen. Die Betrachtung der einzelnen Anwendungsgebiete wird dabei nicht ausschließlich aus theoretischer Sicht gezeigt, sondern insbesondere einen Ausblick auf konkrete Anwendungen geben.
Die Technologie der Software-Agenten stellt eine interessante Möglichkeit der Strukturierung verteilter Systeme dar. Ob in der Automatisierungstechnik, der Logistik, der Informationsbeschaffung aus unterschiedlichen verteilten Informationsquellen, überall lassen sich Systeme mit Hilfe Software-Agenten adäquat strukturieren und gewinnbringend einsetzen.

Insbesondere ist die Fähigkeit der Agenten eigenständig zu handeln eine Eigenschaft, die über traditionelle softwaretechnische Ansätze hinausgeht. Das Software-Engineering agentenbasierter Systeme erlaubt die Nachbildung realer Teilaufgaben und Ziele in relativ einfacher Form. Die Erweiterung solcher Systeme um weitere Aufgaben und Ziele resultiert oft durch einfaches Zufügen weitere Agenten zu einem bestehenden System.

Programm
Donnerstag, 19. Juni 2008,
15:00 im MAX-SYRBE-SAAL des IITB

15:00 Begrüßung
Prof. Dr.-Ing. Jürgen Beyerer
Fraunhofer IITB
15:15 „Agenten und ihr Einsatz in der Automatisierungstechnik“
Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Peter Göhner
Universität Stuttgart
15:50 „Agentenbasierte Koordination von Semantischen Diensten“
Dr. rer. nat. Matthias Klusch
DFKI Saarbrücken
16:25 „Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr durch kooperierende Fahrzeuge“
Thomas Batz
Fraunhofer IITB
17:00 Gedankenaustausch bei Wein und Brezeln im Foyer

Inhalte
„Agenten und ihr Einsatz in der Automatisierungstechnik“ von Prof. Peter Göhner: Ausgehend von den Grundkonzepten der agentenorientierten Entwicklung werden die Einsatzgebiete von Agenten in der Automatisierungstechnik gezeigt. Neben dem direkten Einsatz von Agenten als operationelle Einheiten in Prozessautomatisierungssystemen, können Agenten auch auf den höheren Ebenen im Rahmen des Selbstmanagements, der Überwachung des technischen Prozesses und zur Durchführung von Sicherheitsmaßnahmen eingesetzt werden. Darüber hinaus lassen sich Agenten auch bei der Entwicklung und dem Engineering von Anlagenautomatisierungssystemen sinnvoll verwenden.

„Agentenbasierte Koordination von Semantischen Diensten“ von Dr. Matthias Klusch: Das Spektrum der Anwendung von Webdiensten im heutigen Internet ist überaus vielfältig. Es reicht von einfachen Suchdiensten und Komposition von relevanten, nutzergenerierten Inhalten im Web 2.0 über die kostenpflichtige Bereitstellung von speziellen Softwarepaketen zur dezentralen Nutzung bis hin zur flexiblen Koordination von innerbetrieblichen oder unternehmensübergreifenden Geschäftsprozessen in dienstorientierten Architekturen.
Die Unterstützung einer automatischen, semantischen Suche und Komposition von Webdiensten ist hierbei von Wert aber aufgrund fehlender wohldefinierter Semantik der standardisierten XML-basierten Webdienste nicht möglich. Dieses Problem kann mit Hilfe von Semantic Web Technologien elegant behoben werden.
Im Vortrag werden ausgewählte Resultate zu den oben genannten Problemfeldern im heutigen Internet und einem visionären Quanteninternet kurz zusammenfassend präsentiert.

„Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr durch kooperierende Fahrzeuge“ von Thomas Batz: Gefahrensituationen im Straßenverkehr wie umfallende Bauabsperrung, sich öffnende Fahrzeugtüren oder auf die Straße laufende Kinder können durch Einzelfahrzeuge nicht adäquat beherrscht werden.
Zusätzliche Reaktionsmöglichkeiten entstehen, wenn mittels Kognition, Kommunikation und Kooperation die relevanten beteiligten Fahrzeuge zu einer gemeinsam handelnden Gruppe integriert werden und verlässliche, abgestimmte Fahrmanöver durchführen.
Als Kernstück für die softwaretechnische Umsetzung innerhalb der Simulation bei der Gruppenbildung wie auch der auf einem gemeinsamen Lagebild beruhenden Situationsbewertung und -entscheidung dient ein Agentensystem nach dem Belief-Desire-Intention-Paradigma.

13.06.2008

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